Geschichte

Vermutlich ging die FRZ einen ähnlichen Weg, wie viele heute angewandte Methoden: Es scheint, dass auch sie sich aus einem tiefen Menschheitswissen heraus zu Zeiten des Bedarfs und in den dafür geeigneten Kulturkreisen entfaltet hat. Dasselbe gilt zum Beispiel für die Akupunktur, doch lassen sich ihre frühen Entwicklungsstadien klarer erkennen als bei der FRZ, da mehr historische Belege vorliegen.
 

Grundlagen zur Durchführung der Therapie

Obwohl, vordergründig betrachtet, die Durchführung der FRZ auch mit technischen Geräten möglich wäre, habe ich mich für die Hand-Arbeit entschieden, denn das Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Berührung wächst notwendigerweise mit der Technisierung der Praxen. Viele Menschen spüren die Einseitigkeit, die durch den Mangel an Körperkontakt entsteht. Sie empfinden, meist unbewusst, dass das Wesen einer Behandlung, ihre innerste Essenz, mit dem Lebensgeheimnis der Berührung zusammenhängt, mit den Worten Saint Exupérys: "Man sieht nur mit dem Herzen gut; das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
Alle manuellen Therapieformen können die unmittelbare zwischenmenschliche Erfahrung bieten, dass Äußerliches Berührt-Werden und inneres Berührt-Sein zusammengehören und in einer Wechselwirkung zueinander stehen.
Sachlich ausgedrückt, entsteht durch Berührung ein elektromagnetisches Spannungsfeld, das ganz persönlichen Charakter hat und durch die Begegnung zweier "offener Kraftfelder" eine fortwährende Homöostase (Aufrechterhaltung der Funktionder Regelsysteme im Körper) anstrebt. Im geläufigen Sinne der Innervation wird durch den tastenden Griff ein Reiz an den Rezeptoren der sensiblen Nervenbahnen im Fußgewebe gesetzt. Wir sollten bei allen Erklärungsversuchen des Begriffes "Berührung" jedoch immer im Blickpunkt haben, dass sich Berührung nicht allein theoretisch beschreiben lässt, sondern dass sie praktisch erlebt und wahrgenommen werden muss.

 

Grifftechniken


- Daumen-Grundgriff
- Zeigefinger-Grundgriff
- Alternierende Streichungen
- Dehnungsgriff
- Sedierender Verweilgriff

 

Hinweise auf Zonenbelastungen

Jeder Mensch weist in seinem Mikrosystem der Füße Reflexzonen auf, die sich beim Gesunden so wenig belastet zeigen wie gesunde Organe, jedoch bei pathologischen Veränderungen erkennbar werden anhand von Schmerzäußerung, vegetativer Irritation und Palpationsbefund.

 

Wann wendet man die Fußreflexzonenmassage an?

  • Statisch muskuläre Belastungen und Fehlformen: Haltungsschäden, Zervial- oder Lumbalsyndrom, muskuläre Verspannungen, Bewegungseinschränkungen der Gelenke
  • Verdauungsbeschwerden: Oberbauchsyndrom, Meteorismus, Hepatopathien, Obstipation, Hämorrhiden
  • Funktionelle Zyklusstörungen
  • Chronischer oder akuter Schnupfen, Sinusitis, Anfälligkeit für Erkältungen
  • Lymphatische Belastungen, vor allem auch bei Kindern, Allergien
  • Kopfschmerz verschiedener Art und Genese

 

Wann dürfte die Fußreflexzonenmassage nicht angewendet werden?

Bei Patientinnen und Patienten:

  • mit akuten Entzündungen im Venen- und Lymphsystem (Gefahr einer Venenthrombose, Thrombophlebitis bzw. einer Ausbreitung des Entzündungsherdes über die Lymphbahnen)
  • wenn früher Venenentzündungen vorhanden waren, ist der jetzige Zustand des Venensystems vor Anwendung der FRZ ärtzlicherseits abzuklären
  • bei denen sich Fremdkörper in Nähe lebenswichtiger Organe und Systeme befinden (z.B. Splitter von Kriegsverletzungen im oberen Nacken)
  • mit Aneurismen soweit bekannt (Ausweitungen in arteriellen Blutgefäßen, z.B. in der Aorta)
  • mit Transplantaten
  • mit Melanomen speziell an Füßen und Beinen, gleich ob operiert oder nicht

 

Anzahl und Dauer der Behandlung

  • Mind. 30 Minuten
  • 8 - 12 Behandlungen

 

 "UND - erinnern Sie sich in Dankbarkeit, kein anderes menschliches Organ - außer den Füßen - trägt geduldig so viel Last und hilft uns zugleich, zielstrebig durch unser Leben zu gehen, jahraus, jahrein." (Hanne Marquardt)

Quelle: Marquardt (2005): Praktisches Lehrbuch der Reflexzonentherapie am Fuß.